„Wir brauchen eine soziale und ökologische Marktwirtschaft“

Klaus Töpfer beim „Tag der CDU“

Siebter Tag der CDU: Landtagspräsident und- abgeordneter André Kuper, Prof. Klaus Töpfer, die Langenberger CDU-Vorsitzende Monika Düsing und CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Raphael Tigges (v.l.).
Siebter Tag der CDU: Landtagspräsident und- abgeordneter André Kuper, Prof. Klaus Töpfer, die Langenberger CDU-Vorsitzende Monika Düsing und CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Raphael Tigges (v.l.).
Der siebte „Tag der CDU“ des CDU-Kreisverbandes hat traditionell mit einer Andacht begonnen, die von Diakon Karl-Heinz Klaus abgehalten wurde. Veranstaltungsort in diesem Jahr war der Landgasthof „Pütz“ in Langenberg. Als prominenten Redner des Tages konnte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Raphael Tigges den ehemaligen Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer begrüßen. Ehrengäste waren unter anderem der Bundestagsabgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Ralph Brinkhaus und Landtagspräsident André Kuper.

Töpfer war aus seinem Heimatort Höxter nach Langenberg gereist, um über das Thema die „CDU im Spannungsfeld: Umwelt - Wirtschaft – Soziales“ zu reden. Der ehemalige Umweltminister betonte dabei besonders religiöse Aspekte, denen die CDU als christliche Partei pflichtet ist. So näherte er sich dem Zusammenhang von Sozialem und Ökologie in einem weiten Rückgriff an, der bei den Bergarbeiterstreiks seiner schlesischen Vorfahren im 19. Jahrhundert begann. Mit der Enzyklika „Rerum Novarum“ habe Papst Leo XIII 1891 schließlich die christliche Soziallehre ins Leben gerufen. Im Jahr 2015 sei Papst Franziskus mit „Laudato si“ eine wahre Umwelt-Enzyklika gelungen, mit großen Impulsen für die ökologische Bewegung.

„Wir brauchen eine die Schöpfung bewahrende Politik“, erklärte Töpfer. „Es ist an der Zeit, die soziale Marktwirtschaft durch eine soziale und ökologische zu ersetzen. Wir dürfen ökologisches Aspekte nicht mehr als lästige Notwendigkeiten ansehen, sonst holen uns die Konsequenzen unseres Wachstums ein und die nächste Generation vertraut nicht mehr darauf, dass wir ihre Zukunft gestalten können.“ In einem Vergleich des Durchschnittseinkommens und -alters stellte Töpfer die Ungerechtigkeiten des enormen weltweiten Nord-Süd-Gefälles heraus. Methodisch vertraut Töpfer zur Durchsetzung von Umweltzielen nicht der Freiwilligkeit von Industrie und Wirtschaft, sondern setzt auf das Ordnungsrecht. Dafür sei die erfolgreiche Einführung des Katalysators in den 1970er-Jahren ein gutes Beispiel. Auch der Einführung neuer Steuern für die Umwelt erklärte der ehemalige Umweltminister eine Absage. „In Deutschland werden jährlich 80 Milliarden Euro an Energieabgaben relativ umweltblind geleistet. Viel wichtiger wäre es, zunächst die Wirksamkeit der bestehenden Steuern genauer zu untersuchen“, so Töpfer.

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