CDU-Kreisverband und -Kreistagsfraktion sind entsetzt über Corona-Ausbruch bei Tönnies

Fraktion beantragt weitreichende Maßnahmen

Mit großem Entsetzen hat die CDU im Kreis Gütersloh das massive Auftreten von Corona-Infektionen beim Unternehmen Tönnies zur Kenntnis genommen. CDU-Kreisvorsitzender Raphael Tigges: "Ich bin absolut schockiert, das sind wir alle. Jetzt gibt es nur eins: Wir müssen uns um die bestmögliche Versorgung der Erkrankten kümmern, und wir müssen eine weitere Ausbreitung des Virus im Kreis Gütersloh stoppen."

Die Kreistagsfraktion hat daher für die Sondersitzung des Kreistages am nächsten Dienstag einen Antrag gestellt, in dem sie eine Reihe von Maßnahmen fordert.

Danach sollen die Ursachen des Ausbruchs und die Gründe für die schnelle Verbreitung vollständig aufgeklärt werden. Insbesondere ist zu untersuchen, ob maßgebliche Hygiene- und Abstandsregeln am Arbeitsplatz, beim Transport zur Arbeit und im Rahmen der Unterbringung von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingehalten werden konnten.

Eine lückenlose Überwachung der Einhaltung der Quarantäne durch alle Betroffenen müsse gewährleistet werden. Dazu gehört auch, dass keine Mitarbeiter der Firma Tönnies in ihre Heimatländer reisen, bevor sie nicht negativ getestet sind, um eine weitere Ausbreitung des Virus in Europa, ausgehend vom Kreis Gütersloh, zu unterbinden.

Außerdem soll die Versorgung der in Quarantäne befindlichen Personen mit Lebensmitteln und anderen Gegenständen des häuslichen Bedarfs sichergestellt werden, die medizinische Versorgung der Erkrankten inklusive dem Transport zu den Corona-Behandlungszentren sichergestellt werden und in großem Umfang Corona-Tests durchgeführt werden - auch über die Beschäftigten des Unternehmens hinaus. Darüber hinaus beantragt die CDU, dass angesichts der hohen Zahlen jede notwendige Unterstützung, beispielsweise durch den Katastrophenschutz im Kreis Gütersloh und die Bundeswehr, angefordert wird.

"Die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens sind an dieser Stelle nachrangig", sagt Dr. Heinrich-Josef Sökeland, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. "Die Produktion bei Tönnies wird erst dann wieder hochgefahren, wenn einwandfrei sichergestellt ist, dass im Betrieb keine weitere Ansteckung erfolgen kann. Das in der fleischverarbeitenden Industrie und unter anderem auch bei Tönnies praktizierte System, das auf Werkvertragsarbeitern beruht, hat auch schon vor der Corona-Pandemie zu einer erheblichen Belastung des Kreises Gütersloh geführt und muss spätestens jetzt beendet werden. Sollte eine Schließung der Kindertageseinrichtungen über den Monat Juni hinaus erforderlich werden, werden die Elternbeiträge für einen weiteren Monat ausgesetzt. Es ist unser Ziel, Einschränkungen für die Bevölkerung weitestgehend zu vermeiden. Die Schließung aller Schulen und Kindertageseinrichtungen war ein notwendiger Schritt, um die Verbreitung des Virus schnell zu stoppen."

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