CDU Kreisverband Gütersloh
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News
14.11.2018, 16:18 Uhr
Untersuchung zu Werkvertragsarbeitern im Kreis Gütersloh
Antrag der CDU-Kreistagsfraktion
Aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke und Struktur ist der Kreis Gütersloh offensichtlich ein Schwerpunkt für Arbeitszuwanderung aus Ost- und Südosteuropa. Rund 15.000 Menschen aus Polen, Rumänien und Bulgarien leben inzwischen hier. Viele von ihnen sind als Werkvertragsarbeiter von (Sub-)Unternehmern, zum Beispiel in der Fleischindustrie, angeheuert worden. Der Grund ist, dass es im Kreis Gütersloh durch das starke produzierende Gewerbe noch vergleichsweise viele Helfertätigkeiten und andere Arbeiten gibt, die nur ein geringes Qualifizierungsniveau erfordern. Jetzt hat die CDU-Kreistagsfraktion einen Antrag auf eine umfassende Untersuchung dieser Form der Arbeitszuwanderung gestellt. Denn es wird klar: Immer mehr Menschen kommen, um zu bleiben. Und immer mehr holen auch ihre Familien nach.
Möchte umfassende Informationen über die Werkvertragsarbeit im Kreis Gütersloh: Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Heinrich Josef Sökeland.
In ihrem Fragenkatalog an die Kreisverwaltung, der in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen bearbeitet werden soll, möchte die CDU wissen: Welcher Anteil der Zuwanderer aus Ost- und Südosteuropa ist als Werkvertragsarbeiter im Kreis Gütersloh beschäftigt, beziehungsweise aufgrund eines Werkvertragsverhältnisses zugezogen? Gefragt wird ebenso nach der Verteilung auf die Kommunen im Kreisgebiet, nach dem Wunsch, dauerhaft zu bleiben und die Familie mitzubringen sowie nach dem Bildungs- und Qualifizierungsniveau.

"Wir möchten auch wissen, welche Förder- und Hilfsangebote es für diese Menschen gibt, die teilweise unter prekären Bedingungen leben und arbeiten", erklärt Dr. Heinrich Josef Sökeland, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. "Uns ist es wichtig zu wissen, wie vor allem die Kinder beim Spracherwerb und über die Kindergärten und Schulen bei ihrer Integration unterstützt werden können. Es muss unser Ziel sein, die nächste Generation so zu qualifizieren, dass sie eine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt hat. Dabei sehen wir im Sinne des Verursacherprinzips die Unternehmen, die Werkvertragsarbeiter beschäftigen, in der Verantwortung, sich an notwendigen Maßnahmen zu beteiligen, auch finanziell."

Gleichzeitig will die CDU-Fraktion mit dem Untersuchungsantrag auch ein politisches Signal setzen: "Angesichts der Situation, die sich schon jetzt in infrastruktureller, sozialer und finanzieller Hinsicht in Teilen des Kreises erkennen lässt, sehen wir einen weiteren Zuzug in prekäre Beschäftigungsverhältnisse in diesem Umfang kritisch", sagt der Fraktionsvorsitzende. Das gelte umso mehr vor dem Hintergrund der fortschreitenden Automatisierung. "Es ist realistisch anzunehmen, dass eine Vielzahl der Tätigkeiten, die heute von Werkvertragsarbeitern ausgeführt werden, mittel- bis langfristig von Maschinen erledigt wird. Für Menschen mit einem sehr geringen Qualifizierungsniveau wird es dann schwierig, hier eine Beschäftigung zu finden. Ein Bleiberecht im Rahmen der EU-Freizügigkeit besteht dann aber weiterhin. Vor diesem Hintergrund ist es unsere Aufgabe, auch die sozialen Folgekosten im Blick zu behalten", so Sökeland.